Infos rund um den Vlieskauf

Die jeweils ersten Anfangsbuchstaben der Vliese geben Hinweise auf die Herkunftshöfe – Beispiele: Br = Brimnes (Skagafjörður), E = Sauðá (Vatnsnes), M = Þóroddsstaðir (Hrútafjörður), H = Hof (Vatnsdalur), BB oder Hv = Hofsvellir (Vesturdalur), Á = Stóra-Ásgeirsá (Víðidalur), Si = Stafn (Svartárdalur), S = Steinn (Reykjaströnd).

Die Vliese werden normalerweise vom deutschen Flughafen aus zu den Caritas-Werkstätten in Ulmen in der Eifel verschickt und dann von dort aus an die Besteller/innen versendet (das ist dann auch die Absenderadresse, also nicht wundern).

Alle Preise sind inkl. 19 % MwSt und Frachtkosten, es kommt lediglich innerdeutsches Paketporto dazu von 8 Euro je Paket. In 1 Paket passen ca. 4 bis 5 Vlieshälften oder 2 bis 3 ganze Vliese (je nach Größe). Ein Versand in andere europäische Länder ist möglich.

Die Preise für die Vliese richten sich nach Qualität und Gewicht. Warum die Preise so sind, wie sie sind, steht hier. Für (Vor-)Bestellungen bitte hier klicken. Wichtig: Bitte nicht auf die automatischen Benachrichtigungen antworten, die Ihr für neue Beiträge erhaltet – diese Nachrichten verschwinden im Nichts, die Adresse heißt dementsprechend auch „noreply@wordpress.com“.

Tipp: jedes Einzelbild im Mosaik ist durch Klicken in voller (rechteckiger) Größe anzeigbar. Leider zeigen viele Bildschirme die Farben nicht realistisch; ideal ist ein kalibrierter Bildschirm. Im Zweifel bitte  bei mir nachfragen. Bei weißen Vliesen entsteht durch rötlichen oder grauen Staub oft ein „bunter“ Eindruck; beim Waschen verschwinden jedoch diese Farben. Wenn ein Vlies „weiß“ oder „reinweiß“ heißt, wird die Wolle dann auch tatsächlich (gelblich-)“weiß“ oder „reinweiß“.

Meist teile ich die Vliese in zwei Hälften – möglichst gleichmäßig entlang der Rückenlinie, um eine möglichst ähnliche Zusammensetzung mit allen relevanten Körperteilen zu erreichen.

Angabe Weichheit des Vlieses (Gesamteindruck) in folgenden Kategorien:
Weichheit ++++ „daunenweich“, meist herbstgeschorenes Lamm (4 bis 6 Monate alt), auch das Deckhaar ist so weich und fein, dass es Kaschmir oder Angora ähnelt
Weichheit +++ sehr weich, meist Jährling oder Schaf mit sehr guter Veranlagung, ähnelt „Merinoweichheit“
Weichheit ++ mittelweich
Weichheit + weich
Weichheit o, etwas fester, meist Schaf oder Jährlingsbock
Weichheit -, eher gröber, wie gut veranlagte Heidschnucken
Weichheit –-, grob und fest, wie durchschnittliche Heidschnucken

Die Weichheitsangaben betreffen vor allem das Deckhaar (das den Gesamteindruck bestimmt), die Unterwolle ist in den allermeisten Fällen ohnehin daunenweich oder sehr weich, sonst weise ich eigens darauf hin. Die Qualität des Garns (oder Filzes) wird am besten, wenn man Unterwolle und Deckhaar trennt und getrennt verarbeitet. Es gibt dazu ein kleines Video auf der Startseite. Hilfreich dafür ist auch die neue DVD über optimale (Island-)Rohwollverarbeitung.

Sommerschur

Die Schafe, die ganzjährig draußen leben, werden nur 1x im Jahr zur Zeit des natürlichen Fellwechsels geschoren. Wenn es perfekt läuft, zieht das Schaf seinen „Mantel“ einfach allein aus und man findet ihn an einem großen Stein, einem Zaunpfahl oder einer ähnlich günstigen Stelle. Andere Schafe lassen nur ihre Rücken- und Seitenwolle „los“, so dass man sie einfach abnehmen kann. In anderen Fällen trennt sich zwar das alte Vlies vom neuen und es entsteht ein Zwischenraum, aber die Deckhaare des neuen sind verfilzt mit dem alten. Dann muss man „normal“ scheren. Ideal ist es mit der Handschere, da man dann exakt dem Verlauf des alten Vlieses folgen kann. Da das aber wesentlich aufwändiger ist, machen das allenfalls noch Menschen mit wenigen Schafen (sagen wir 30 bis 40). Die anderen scheren mit der Schermaschine.

Sommervliese sind sehr unterschiedlich. Manche sind komplett „schafgefilzt“ und können mehr oder weniger unverändert als Filzfell verwendet werden. Andere haben nur den vorderen Rücken verfilzt (gute Grundlage für ein Sitzfell!) und der Rest ist locker und gut spinnbar. Wiederum andere sind komplett locker, immer aber als Gesamtform zusammenhängend. In fast allen Fällen finden sich kleine Heustücke im vorderen Bereich; wer diese Teile vor dem Spinnen (aber NACH dem Trennen von Unterwolle und Deckhaar) schonend wäscht, dann ausschüttelt und kardiert, kann sie damit aber meist recht einfach entfernen.

Zwischen neuem und altem Vlies entsteht eine Schicht aus flockigem Lanolin. Bei Islandschafen verschwindet dieses Lanolin in den weitaus meisten Fällen spätestens nach dem Entspannungsbad des Garns, es sind also keine besonderen „Entfernungsaktivitäten“ erforderlich – falls das in einzelnen Fällen nicht klappt, meldet Ihr Euch bitte.

Herbstschur

Die Herbstschur gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten; sie lässt sich ausschließlich mit der Schermaschine durchführen. Diese Schafe verbringen den Winter im Stall. Die Vliese sind normalerweise kaum mit Heu durchsetzt, allenfalls mit Sand, kleinen Pflanzenteilen oder Flechten; fast alle herbstgeschorenen Vliese haben nur sehr wenig Lanolin (es tritt zu dieser Zeit auch nicht in Schuppen auf). Herbstlammvliese sind die allerweichste Qualität, die es gibt.

Reklamation?

Zum Schluss: Sollte aus irgendeinem Grund Unzufriedenheit über das gekaufte Vlies aufkommen, bitte unbedingt bei mir melden. Wir finden dann ganz sicher eine Lösung.